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Mein letzter Film beim Filmfest Hamburg 2014 und mein einziger Dokumentarfilm beim diesjährigen Festival: WINTER ADÉ (DDR 1988, Regie: Helke Misselwitz). Nachdenklich stimmende Reise durch die DDR im letzten Jahr ihres Bestehens, auf der die Befindlichkeiten in der Gesellschaft von DDR-Bürgerinnen ausgedrückt werden. Ein sehr gelungenes Stimmungsbild, filmisch durch die Schwarz-Weiß-Bilder unterstützt. http://www.filmfesthamburg.de/de/programm/Film/21985/Winter_ad_

SNOWPIERCER von Joon-ho Bong. Spannendes Sci-Fi-Drama in einem Zug, in dem sich die letzten Überlebenden der Menschheit befinden und der durch die Eiswüste der Erde rast, ohne Stop. Bis sich die in schlimmen Verhältnissen am Ende des Zuges lebenden Armen gegen die Reichen, die im vorderen Zugteil ein Luxusleben führen, erheben. Teuerster südkoreanischer Film aller Zeiten mit internationalen Stars (Chris Evans, Jamie Bell, Tilda Swinton, Ed Harris, Song Hang-ko). Intelligentes Genrekino!

WINTERSCHLAF (Türkei 2014) von Nuri Bilge Ceylan, Gewinner der Goldenen Palme von Cannes, in deutscher Synchronisation gesehen, ob der teils wortreichen Dialoge eine gute Entscheidung (man will ja auch die Mimik/Gestik der Darsteller mitbekommen und nicht nur lesen). Entfremdung, Einsamkeit, Verlorenheit, familiäre Isolation, Selbstgerechtigkeit, die Macht des Reichen über die Armen – sind Themen in WINTERSCHLAF. Und sie werden beeindruckend präsentiert.

Premiere von WEM GEHÖRT DIE STADT (D 2014, Regie: Ulrich Gehner) am 28.6., der die Gentrifizierung im Hamburger Stadtteil St. Georg dokumentiert. Prima, wie die Menschen in St. Georg zusammenhalten, allein es fehlt der Glaube, dass es hier und anderswo helfen wird, die Umwandlung der Stadtteile in Attraktionen für Touristen und wohlhabende Mieter und Eigentümer aufzuhalten. Initiativen wie die Bildung von Genossenschaften (im Film auch gezeigt) sind ganz sicher der richtige Weg, jedoch ….

VERBOTENE FILME, Dokumentarfilm von Felix Moeller, über die Filme aus dem Dritten Reich, die verboten sind und nur mit einer wissenschaftlichen Einführung gezeigt werden dürfen.("Unter Vorbehalt"). Der Film geht der Frage nach, ob das Verbot der Filme noch zeitgemäß ist und lässt Befürworter und Gegner zu Wort kommen. Ich bin weiterhin unschlüssig, aber Moellers Film ist wirklich sehr, sehr gelungen.

Mein Film Nr. 4 bei der Berlinale 2014: Benjamin Naishtats HISTORIA DEL MIEDO. Gesellschaftsbild Argentiniens nach der Wirtschaftskrise über Gated Communities und die, die draußen bleiben müssen bzw. nur zum Arbeiten hinein dürfen. Ein Kunstfilm, bei dem sich die Puzzleteile nur langsam zusammenfügen. Durchaus interessante Szenen, teils absurd und surreal, aber insgesamt etwas anstrengend und die wohl gewünschte Erzeugung einer bedrohlichen Atmosphäre gelingt eher nicht.

EIN GESCHENK DER GÖTTER von Oliver Haffner (Drehbuch und Regie). Eine arbeitslose Schauspielerin leitet einen Schauspielkurs für acht Langzeitarbeitslose. Leichte Momente wechseln sich mit tragischen Momenten ab, in denen die realen Dramen der Arbeitslosen deutlich werden. Der Film gibt den Verlierern unserer Leistungsgesellschaft eine Stimme. Aber auch wenn die Protagonisten vier Wochen erleben, in denen sie vom grauen Alltag abgelenkt sind, so sind es eben doch nur vier Wochen ….

Mein Film Nr. 4 beim Filmfest Hamburg 2014: THE AVIAN KIND (Südkorea 2014, Regie: Shin Yeon-shick). Mysteriös und etwas irritierend, jedoch mit Stärken im Aufbau der Geschichte. http://www.filmfesthamburg.de/de/programm/Film/21790/The_Avian_Kind

Mein Film Nr. 12 beim Filmfest Hamburg: SCHÄNDUNG (Originaltitel „Fasandræberne“ – Dänemark 2014, Regie: Mikkel Nørgaard). Düsterer Thriller, Verfilmung des zweiten Teils der Thriller-Reihe von Jussi Adler-Olsen, aber …. Ich mag das charismatische und ungleiche Ermittler-Duo, aber es fehlte die Spannung, da der Zuschauer den Ermittlern im Wissen immer voraus ist. Vielleicht eher was fürs TV? http://www.filmfesthamburg.de/de/programm/Film/22020/Fasandr_berne

Mein Film Nr. 5 beim Filmfest Hamburg 2014: MOMMY (Kanada 2014) von Jungregisseur Xavier Dolan. Recht heftig, aber unbedingt sehenswert! Der Film ist Kanadas Kandidat für den #Oscar in der Kategorie Bester Fremdsprachiger Film. http://www.filmfesthamburg.de/de/programm/Film/21805/Mommy